RLV & QZV erklärt: Was jeder Arzt über Budgetierung wissen muss
Die Begriffe RLV, QZV und PZV gehören zum Alltag jeder Vertragsarztpraxis – und doch sind sie für viele Praxisinhaber nur schwer durchschaubar.
Dieses Budgetsystem bestimmt maßgeblich, wie viel Honorar Sie für Ihre Leistungen erhalten.
Wir erklären die Grundlagen verständlich und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Budgets strategisch nutzen.
### Was ist das Regelleistungsvolumen (RLV)?
Das Regelleistungsvolumen ist das zentrale Instrument zur Mengensteuerung in der vertragsärztlichen Versorgung. Es definiert die Obergrenze der Leistungsmenge in Euro, bis zu der Ihre RLV-relevanten Leistungen zum vollen Punktwert vergütet werden.
Die Berechnung erfolgt nach einer einfachen Formel:
**Fallzahl × Fallwert = Regelleistungsvolumen**
– **Fallzahl:** Anzahl der Behandlungsfälle, in denen Sie RLV-Leistungen abgerechnet haben
– **Fallwert:** Von der KV festgelegter arztgruppenspezifischer Wert pro Behandlungsfall
Das RLV deckt vor allem Leistungen der medizinischen Basisversorgung ab – also die Grundpauschalen, Versichertenpauschalen und die damit verbundenen Grundleistungen Ihrer Fachgruppe.
Leistungen, die Ihr RLV überschreiten, werden nicht gestrichen, sondern lediglich zu einem abgestaffelten Punktwert vergütet. Je nach KV-Bezirk liegt dieser Restpunktwert deutlich unter dem regulären Orientierungswert.
### Was ist das qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV)?
Ergänzend zum RLV gibt es die qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen. Diese wurden 2010 eingeführt und bilden spezielle Qualifikationen und Leistungsschwerpunkte innerhalb einer Arztgruppe ab.
Wenn Sie bestimmte Zusatzqualifikationen haben – beispielsweise Ultraschalldiagnostik, Psychosomatik oder spezielle Laborleistungen – können Sie ein oder mehrere QZV erhalten. Auch die QZV werden nach der Formel Fallzahl × Fallwert berechnet.
Wichtig zu wissen: In vielen KV-Bezirken können RLV und QZV miteinander verrechnet werden.
### Was ist das PZV (Praxiszeitvolumen)?
Der Begriff PZV wird seltener verwendet, kommt aber in einigen KV-Bezirken vor. Er beschreibt das zeitliche Gesamtvolumen, das einer Praxis für die Erbringung von Leistungen zur Verfügung steht. In Zusammenhang mit der Plausibilitätsprüfung ist das Quartalszeitprofil von 780 Stunden die relevante Grenze.
### Wie erfahre ich mein RLV/QZV?
Die KV teilt Ihnen vor Quartalsbeginn die Höhe Ihres voraussichtlichen RLV und QZV mit. Diese Mitteilung enthält die kalkulatorischen Fallwerte, Ihre bisherigen Fallzahlen und die daraus resultierenden Budgets.
Prüfen Sie diese Mitteilung sorgfältig. Wenn sich Ihre Praxis verändert hat – etwa durch Neuzulassungen, Änderungen im Leistungsspektrum oder besondere Umstände – können Sie bei Ihrer KV einen Antrag auf Neufestsetzung des RLV/QZV stellen.
### Strategien zur Budgetoptimierung
1. **Extrabudgetäre Leistungen maximieren:** Leistungen außerhalb des RLV/QZV werden zum vollen Punktwert vergütet. Dazu gehören TSVG-Fälle, bestimmte Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, DMP-Dokumentationen und viele weitere Positionen.
2. **Fallwerte kennen und vergleichen:** Vergleichen Sie Ihre tatsächlichen Fallwerte mit den durchschnittlichen Fallwerten Ihrer Fachgruppe. Ein Benchmarking zeigt Ihnen, wo Sie stehen und wo Potenzial liegt.
3. **QZV-Genehmigungen prüfen:** Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie für weitere QZV-Leistungen eine Genehmigung beantragen können. Neue Qualifikationen oder Geräteinvestitionen können zusätzliche Budgets erschließen.
4. **Fallzahlentwicklung steuern:** Da das RLV an Ihre Fallzahl geknüpft ist, sollten Sie Schwankungen im Blick behalten. Ein deutlicher Fallzahlanstieg kann zu einer Absenkung der Fallwerte führen (maximal 5 Prozent beim RLV).
### Fazit
Das Budgetsystem aus RLV und QZV mag komplex erscheinen, aber wenn Sie die Grundmechanismen verstehen, können Sie Ihr Honorar gezielt steuern. Nutzen Sie digitale Tools zur Budgetanalyse, kennen Sie Ihre Fallwerte und identifizieren Sie extrabudgetäre Vergütungsmöglichkeiten.
Produkt Funktionen
HonoraMedix hilft Ihnen, diese Probleme zu erkennen und zu lösen – damit Sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können:
Ihre Patientinnen und Patienten.
Budgetanalyse
Übersicht über offenes Zeitbudget, und voraussichtliches Honorar (QZV, RLV)
Patientenübersicht
Detaillierte Auswertung der Patientendaten inklusive ICD‑ und Ziffern‑Analysen zur Identifikation von Leistungsschwerpunkten.
Benchmarking
Vergleichen Sie Ihre Praxisleistung mit Ihrer Fachgruppe und erkennen Sie sofort, wo Sie stehen.
Umsatzpotenzial-Analyse
Ermittlung möglicher Umsatzsteigerungen, z. B. durch abrechenbare Zusatzpauschalen oder ungenutzte Leistungsziffern.
Plausibilitätscheck
Automatische Prüfung gegen KV-Regelwerk durch Zeitprofile und Kombinationsausschlüsse.
Offene Sprechstunde
Beachten Sie Ihre 17,5 % und verwenden Sie das extra Budget um Ihr Honorar zu steigern.
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