Plausibilitätsprüfung vor KV-Abgabe: Die komplette Checkliste für Arztpraxen
Die Plausibilitätsprüfung durch die KV kann zu empfindlichen Honorarkürzungen führen. Die gute Nachricht: Mit einer systematischen Eigenprüfung vor der Quartalsabgabe können Sie die meisten Auffälligkeiten selbst erkennen und korrigieren. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess.
### Warum eine Eigenprüfung vor der KV-Abgabe?
Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind nach § 106d SGB V gesetzlich verpflichtet, Abrechnungen zu prüfen. Die Prüfung erfolgt auf zwei Ebenen: quartalsgleich mittels Regelwerk und nachgehend auf sachlich-rechnerische Richtigkeit und Plausibilität.
Wenn Auffälligkeiten festgestellt werden, werden Sie zunächst um Stellungnahme gebeten. Im schlimmsten Fall drohen Honorarkürzungen, Rückforderungen und weitere Konsequenzen. Deutlich besser ist es, potenzielle Probleme vorher selbst zu identifizieren.
### Checkliste: 10 Punkte vor der KV-Abgabe
**1. Quartalszeitprofil prüfen**
Ermitteln Sie für jeden Arzt in Ihrer Praxis das Quartalszeitprofil. Die Auffälligkeitsgrenze liegt bei 780 Stunden für einen vollen Versorgungsauftrag (anteilig bei reduziertem Umfang). Nutzen Sie die GNR-Statistik, die Ihr PVS beim Probeabrechnungslauf erstellt.
**2. Tageszeitprofile kontrollieren**
Prüfen Sie, ob an mehr als zwei Tagen im Quartal mehr als 12 Stunden zeitbewertete Leistungen abgerechnet wurden. Drei oder mehr solcher Tage lösen ein Aufgreifkriterium aus.
**3. Arztbezogene Zuordnung überprüfen**
In Gemeinschaftspraxen und MVZ müssen Leistungen dem tatsächlich behandelnden Arzt zugeordnet sein. Kontrollieren Sie, ob Vertretungen, Urlaubszeiten und Krankheitstage korrekt abgebildet sind.
**4. Kombinationsausschlüsse beachten**
Viele GOPs schließen sich gegenseitig aus. Prüfen Sie, ob in Ihrer Abrechnung unzulässige Kombinationen vorkommen. Ihr PVS sollte hierzu Warnhinweise anzeigen.
**5. Mindestzeiten einhalten**
Bestimmte GOPs haben Mindestzeitvorgaben als Abrechnungsvoraussetzung. Die bekannteste ist die GOP 03230 (Problemorientiertes ärztliches Gespräch, mindestens 10 Minuten). Ohne die Mindestzeit ist die Abrechnung nicht zulässig.
**6. Diagnosen vollständig und spezifisch kodieren**
Überprüfen Sie die ICD-Kodierung auf Vollständigkeit und Spezifität. Achten Sie auf die endstellige Kodierung und die korrekte Seitenangabe bei paarigen Organen.
**7. TSVG-Kennzeichnungen kontrollieren**
Prüfen Sie stichprobenartig, ob TSS-Terminfälle, Hausarztvermittlungsfälle und Fälle der offenen Sprechstunde korrekt im KVDT-Feld 4103 gekennzeichnet sind.
**8. Genehmigungspflichtige Leistungen prüfen**
Stellen Sie sicher, dass Sie für alle genehmigungspflichtigen Leistungen (z.B. bestimmte Ultraschall-, Labor- oder Psychotherapie-Leistungen) gültige Genehmigungen haben.
**9. Probeabrechnung durchführen**
Führen Sie einen Probeabrechnungslauf durch und prüfen Sie die Ergebnisse. Die dabei erzeugte .con-Datei kann mit spezialisierten Tools wie HONORAMEDIX analysiert werden.
**10. GNR-Statistik kontrollieren**
Die GNR-Statistik (Gebührenordnungsnummern-Statistik) gibt einen schnellen Überblick über alle abgerechneten Leistungen. Vergleichen Sie die Zahlen mit dem Vorquartal und achten Sie auf ungewöhnliche Abweichungen.
### Was tun, wenn Sie Auffälligkeiten feststellen?
Wenn Sie vor der Abgabe Auffälligkeiten erkennen, haben Sie verschiedene Optionen: Sie können fehlerhafte Leistungen korrigieren, die Zuordnung zu Ärzten anpassen oder die Abrechnung gezielt nachbessern. Besser eine Korrektur vor der Abgabe als eine Prüfung danach.
### Fazit
Eine systematische Eigenprüfung vor der KV-Abgabe ist die beste Versicherung gegen Honorarkürzungen. Mit dieser Checkliste haben Sie alle relevanten Punkte im Blick. Digitale Abrechnungstools können diesen Prozess erheblich beschleunigen, indem sie automatisiert gegen das KV-Regelwerk prüfen.
Produkt Funktionen
HonoraMedix hilft Ihnen, diese Probleme zu erkennen und zu lösen – damit Sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können:
Ihre Patientinnen und Patienten.
Budgetanalyse
Übersicht über offenes Zeitbudget, und voraussichtliches Honorar (QZV, RLV)
Patientenübersicht
Detaillierte Auswertung der Patientendaten inklusive ICD‑ und Ziffern‑Analysen zur Identifikation von Leistungsschwerpunkten.
Benchmarking
Vergleichen Sie Ihre Praxisleistung mit Ihrer Fachgruppe und erkennen Sie sofort, wo Sie stehen.
Umsatzpotenzial-Analyse
Ermittlung möglicher Umsatzsteigerungen, z. B. durch abrechenbare Zusatzpauschalen oder ungenutzte Leistungsziffern.
Plausibilitätscheck
Automatische Prüfung gegen KV-Regelwerk durch Zeitprofile und Kombinationsausschlüsse.
Offene Sprechstunde
Beachten Sie Ihre 17,5 % und verwenden Sie das extra Budget um Ihr Honorar zu steigern.
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