5 häufige KV-Abrechnungsfehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler in der KV-Abrechnung kosten bares Geld – und sie passieren häufiger, als viele Praxisinhaber denken. Ob vergessene Leistungsziffern, falsche Kodierungen oder Zeitprofilüberschreitungen: Jeder dieser Fehler kann zu Honorarkürzungen, Rückforderungen oder sogar Prüfverfahren führen. Wir zeigen Ihnen die fünf häufigsten Abrechnungsfehler und wie Sie diese systematisch vermeiden.
### Fehler 1: Erbrachte Leistungen nicht abgerechnet
Dies ist der teuerste aller Abrechnungsfehler – und gleichzeitig der häufigste. Im stressigen Praxisalltag werden Leistungen erbracht, aber nicht im PVS erfasst. Besonders betroffen sind:
– Beratungsgespräche und Gesprächsleistungen, die nebenbei stattfinden
– Zusatzpauschalen, die an bestimmte Diagnosen geknüpft sind (z.B. Chronikerzuschläge)
– Leistungen im Rahmen der Vorsorge oder DMP-Betreuung
– Zuschläge für die Versorgung in der offenen Sprechstunde
**Lösung:** Führen Sie eine systematische Prüfung am Ende jedes Praxistages durch. Nutzen Sie Checklisten pro Fachgruppe und schulen Sie Ihr Praxisteam regelmäßig. Eine Abrechnungssoftware wie HONORAMEDIX kann automatisch identifizieren, welche Leistungen bei bestimmten Diagnosen und Altersgruppen zusätzlich abrechenbar wären.
### Fehler 2: Zeitprofile überschreiten
Die Plausibilitätsprüfung nach Zeitprofilen ist das schärfste Instrument der KV. Die Grenzen sind klar definiert: 780 Stunden pro Quartal und maximal 12 Stunden an nicht mehr als zwei Tagen pro Quartal. Jede GOP hat im Anhang 3 des EBM eine hinterlegte Prüfzeit.
Besonders gefährdet sind Praxen mit hohem Patientenaufkommen, Gemeinschaftspraxen und MVZ, in denen die Zuordnung der Leistungen zum einzelnen Arzt nicht immer sauber erfolgt.
**Lösung:** Lassen Sie sich regelmäßig eine Zeitprofilauswertung aus Ihrem PVS erstellen – idealerweise wöchentlich. Achten Sie in Gemeinschaftspraxen darauf, dass Leistungen immer dem tatsächlich behandelnden Arzt zugeordnet werden. Seit der Aktualisierung der Abrechnungsprüfungs-Richtlinie werden Zeitprofile primär arztbezogen und nicht mehr praxisbezogen geprüft.
### Fehler 3: Falsche oder unvollständige Diagnose-Kodierung
Die ICD-10-Kodierung hat direkten Einfluss auf die Abrechnung. Ungenaue Kodierungen können dazu führen, dass abrechenbare Leistungen nicht anerkannt werden. Ein klassisches Beispiel: Ohne die spezifische ICD-Kodierung einer chronischen Erkrankung können Chronikerzuschläge nicht ausgelöst werden.
Zudem ändern sich ICD-Kodes regelmäßig. Zum 1. Januar 2026 wurden beispielsweise die ICD-Kodes für Long-Covid angepasst: R53.0 für chronische Fatigue mit PEM und R53.1 ohne PEM wurden neu aufgenommen.
**Lösung:** Kodieren Sie so spezifisch wie möglich. Nutzen Sie die endstellige ICD-Kodierung. Prüfen Sie zu Quartalsbeginn, ob es Änderungen im ICD-Katalog gibt, die Ihre Fachgruppe betreffen. Viele PVS-Systeme bieten automatische Hinweise auf unvollständige Kodierungen.
### Fehler 4: TSVG-Fälle nicht korrekt kennzeichnen
Die extrabudgetäre Vergütung nach dem TSVG ist eine der größten Honorarchancen der letzten Jahre. Aber: Wenn die Kennzeichnung im PVS fehlt oder falsch ist, gibt es kein extrabudgetäres Honorar. Die häufigsten Fehler:
– Offene Sprechstunde nicht als solche gekennzeichnet
– Pseudo-GOP 99873O nicht angelegt oder nicht gesetzt
– Vermittlungscode bei TSS-Terminfällen vergessen
– Hausarztvermittlungsfälle nicht mit BSNR und LANR des überweisenden Hausarztes versehen
**Lösung:** Schulen Sie Ihr gesamtes Praxisteam – nicht nur die MFA an der Anmeldung – zur korrekten TSVG-Kennzeichnung. Erstellen Sie eine Kurzanleitung, die an jedem Arbeitsplatz ausliegt. Prüfen Sie vor der Quartalsabrechnung stichprobenartig, ob die Kennzeichnungen korrekt gesetzt sind.
### Fehler 5: Quartals-Updates verspätet einspielen
Der EBM wird quartalsweise aktualisiert. Wenn Ihr PVS-System nicht rechtzeitig auf dem neuesten Stand ist, können neue GOPs nicht abgerechnet werden, geänderte Bewertungen nicht korrekt berechnet werden und Kombinationsausschlüsse falsch angewendet werden.
**Lösung:** Spielen Sie das Quartals-Update Ihres PVS-Herstellers immer vor Quartalsbeginn ein. Prüfen Sie zusätzlich, ob es Korrektur-Updates gibt, die innerhalb des Quartals nachgeliefert werden. Die KBV veröffentlicht alle EBM-Änderungen auf ihrer Website.
### Fazit
Die meisten Abrechnungsfehler sind vermeidbar – mit System, Schulung und den richtigen Tools. Investieren Sie regelmäßig Zeit in die Überprüfung Ihrer Abrechnung, nutzen Sie digitale Hilfsmittel zur Analyse und halten Sie Ihr Team auf dem aktuellen Stand.
Produkt Funktionen
HonoraMedix hilft Ihnen, diese Probleme zu erkennen und zu lösen – damit Sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können:
Ihre Patientinnen und Patienten.
Budgetanalyse
Übersicht über offenes Zeitbudget, und voraussichtliches Honorar (QZV, RLV)
Patientenübersicht
Detaillierte Auswertung der Patientendaten inklusive ICD‑ und Ziffern‑Analysen zur Identifikation von Leistungsschwerpunkten.
Benchmarking
Vergleichen Sie Ihre Praxisleistung mit Ihrer Fachgruppe und erkennen Sie sofort, wo Sie stehen.
Umsatzpotenzial-Analyse
Ermittlung möglicher Umsatzsteigerungen, z. B. durch abrechenbare Zusatzpauschalen oder ungenutzte Leistungsziffern.
Plausibilitätscheck
Automatische Prüfung gegen KV-Regelwerk durch Zeitprofile und Kombinationsausschlüsse.
Offene Sprechstunde
Beachten Sie Ihre 17,5 % und verwenden Sie das extra Budget um Ihr Honorar zu steigern.
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